Bayern

Praxistest als Vorbild für die Zukunft

Modellprojekt LANDSTADT BAYERN

Gesetzliche Regelungen, Verordnungen und Normen sind nie Selbstzweck. Sie dienen einem geregelten, konstruktiven und gesellschaftlich getragenen Interessenausgleich. Dabei gilt es, die bauliche und kulturelle Vielfalt mit ihren identitätsstiftenden und räumlich wahrnehmbaren Elementen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Modellprojekte sind ein bewährtes Instrument, um Entwicklungstendenzen aufzugreifen, neue Themen zu erproben und dabei Grenzen auszuloten. Sie bieten die Chance – angelegt als Gemeinschaftsaufgabe von Staat und Kommunen –, Innovationen für einen zukunftsorientierten Städtebau hervorzubringen.

mehrere gestapelte Auftakt Plaketten der Landstadt Bayern

Foto: © Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

Im Städtebau braucht es einen klaren Rahmen, um den Grundprinzipien gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse gerecht zu werden und gleichermaßen eine bauliche Umwelt zu schaffen, in der sich die Menschen wohlfühlen und die ihnen eine Heimat bietet. Dies ist eine komplexe Aufgabe, da die Nutzungsverteilung für Bau-, Verkehrs-, Grün- und Freiräume aufeinander abgestimmt erfolgen muss. Über- geordnete Themen wie wirtschaftlicher und demografischer Wandel, Klimaanpassung, Energieversorgung und Digitalisierung, verändertes Mobilitätsverhalten und der funktionale Wandel von Orts- und Stadtzentren sind bei einer integrierten Planung in Einklang zu bringen. Selbst die sicherheitsrechtlichen, bautechnischen und energetischen Anforderungen an Gebäude wirken sich als Rahmensetzung für verträgliche Lebens- und Arbeitsformen letztendlich positiv auf die Lebensqualität des Einzelnen und der Gesellschaft aus.

Die Gestaltung im städtebaulichen und baukünstlerischen Sinne kann folglich nicht von der Gestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen getrennt werden. In Anbetracht der föderalen Bundesrepublik mit Flächenstaaten, wie dem Freistaat Bayern, ist es dabei nötig, den individuellen Orts- und Lokalbezug herzustellen sowie identitätsstiftende Entfaltungsmöglichkeiten zu befördern. Hinzu kommt, dass Innovationen benötigt werden, um die aktuellen Herausforderungen aufgrund von Transformationsprozessen und globalen Krisensituationen zu bewältigen und die bestehenden räumlichen, funktionalen und baulichen Strukturen entsprechend anzupassen. Dabei müssen die sich im Laufe der Zeit verändernden Anforderungen der Menschen hinsichtlich ihrer Wohn- und Arbeitsgewohnheiten im Fokus einer resilienten Stadtentwicklung stehen.

Reallabore und Modellprojekte sind ein bewährtes Instrument, um Entwicklungstendenzen aufzugreifen, neue Themen zu erproben und Grenzen auszuloten. Akteure und Zielgruppen sind in diesem System aufgrund ihrer verfassungsmäßig garantierten kommunalen Planungshoheit die Städte, Märkte und Gemeinden. Sie können unter realen Bedingungen und mit Blick auf ihre jeweiligen örtlichen Rahmenbedingungen testen, welche Strategien, Vorgehensweisen und Maßnahmen die Entwicklungen vor Ort bestmöglich weiterbringen und den Menschen helfen. Interkommunale Zusammenarbeit durch mehrere Gemeinden oder die Landkreise und Planungsverbände schafft dabei Synergieeffekte.

Mit dem Projekt LANDSTADT BAYERN hat das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr ein Modellprojekt initiiert, um diese dargestellten Zusammenhänge zu erproben und beispielhaft in die Praxis zu überführen. Von 2022 bis 2024 bietet das Projekt insgesamt zehn ausgewählten Städten und Gemeinden die Chance, neue städtebauliche Planungskonzepte auszuprobieren und angepasste Lösungen für die aktuellen Herausforderungen vor Ort zu erarbeiten.

Logo LANDSTADT BAYERN

Logo LANDSTADT BAYERN. Grafik: © Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

 

LANDSTADT BAYERN

Wandel gestalten,
Innovationen fördern

Der Freistaat Bayern hat im Zeitraum von 2017 bis 2022 einen Zugewinn von über 370.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie etwa 400.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen verzeichnet.1 Insbesondere die Metropolregionen, vor allem der Ballungsraum München, wachsen nach wie vor schnell und kontinuierlich. Allein in der Landeshauptstadt München soll die Bevölkerung laut aktuellen Prognosen bis zum Jahr 2040 um 14 Prozent auf dann mehr als 1,8 Millionen Menschen ansteigen.2 Diese zieht es vor allem wegen der attraktiven Lebens- und Arbeitsbedingungen in die Metropole.

Der hohe Siedlungsdruck auf die Ballungsräume rund um die bayerischen Großstädte und das Nebeneinander von Schrumpfungs- und Wachstumsregionen definieren für Bayern die große Aufgabe, möglichst gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land herzustellen. Dabei bieten gerade kleine und mittlere Städte im ländlichen Raum eine interessante Alternative zu den Ballungsräumen. Denn für zukunftsorientierte Lösungen bedarf es einer ganzen Reihe an Schlüsselfaktoren, die hier durchaus realisierbar erscheinen. Dazu zählt die Verfügbarkeit passenden, bezahlbaren Miet- und Eigenwohnraums für alle Menschen, die Sicherung der Daseinsversorgung, eine gute wirtschaftliche, soziale und kulturelle Ausstattung des unmittelbaren Lebensumfelds, Zugang zu Natur und Freizeitangeboten sowie attraktive Mobilitätsoptionen und eine gute Verkehrsanbindung. Diese Aspekte sind ausschlaggebend bei persönlichen Standortentscheidungen. Darüber hinaus führen neue Informations- und Kommunikationstechniken sowie eine globale Perspektive zu neuen Geschäftsmodellen und neuen Arbeitsmustern. Heimarbeitsplätze, Co-Working-Spaces oder sogenannte Pendlerzentren, bei denen wohnortnahe Arbeitsräume durch Unternehmen bereitgestellt werden, tragen zu einer zeitlichen und räumlichen Flexibilität der Menschen bei. Damit lässt sich auch der aktuelle Trend, aufbauend auf den Entwicklungen der Corona-Pandemie, erklären, dass das Land zunehmend eine Alternative, gerade für junge Menschen und Familien, darstellt. Um dieser Alternative eine realistische Perspektive zu geben, müssen in vielen ländlichen Gemeinden und Städten die genannten Schlüsselfaktoren und konkreten Standortvorteile gestärkt und ausgebaut werden. Im besten Falle entstehen so attraktive Lebens- und Arbeitsorte mit Entlastungspotenzial für die Ballungsräume.

Das Modellprojekt LANDSTADT BAYERN greift diese strukturellen und gesellschaftlichen Herausforderungen auf und entwickelt innovative planerische Lösungen. Das Pilotvorhaben bietet den Gemeinden den Lern- und Experimentierraum für neuartige Ideen und Konzepte zur Verknüpfung der Bereiche Leben, Arbeiten und Mobilität. Die Vorteile des Stadtlebens werden mit der Lebensqualität auf dem Land in Einklang gebracht. LANDSTADT BAYERN ist daher ein Projekt sowohl für den ländlichen als auch für den urbanen Raum. Wenn es gelingt, Freizeitwert, Zugang zur Natur, kooperative Gemeinschaft, neue Arbeitswelten und funktionale Dichte zu verbinden, kann eine neue städtebauliche Dimension – aufbauend auf dem Bild der europäischen, gemischt genutzten Stadt – geschaffen werden. Der zentrale Aspekt aller Projekte ist dabei das Thema Nachhaltigkeit. Insofern geht es nicht um Flächenneuausweisungen auf der „grünen Wiese“, sondern ausschließlich um Planungen auf innerörtlichen Entwicklungsflächen.

 

Lebendig, urban und zukunftsfähig

Die zehn Modellkommunen sind aus einem Bewerbungs- und Auswahlprozess hervorgegangen und mit sehr unterschiedlichen Entwicklungsflächen und Projektideen angetreten. Sie stehen damit nicht nur für die geografische und kulturelle Vielfalt Bayerns, sondern auch für unterschiedliche strukturelle und planerische Herausforderungen und für das Ziel, im Rahmen von LANDSTADT BAYERN neue Räume zum Leben, Arbeiten und für Begegnungen entstehen zu lassen.

Aus Unterfranken kommt beispielsweise das Projekt „Treibhaus Münnerstadt“. Bereits der Titel lässt erahnen, dass das Thema Klima eine tragende Rolle bei der Quartiersentwicklung auf dem Areal einer ehemaligen Gärtnerei spielt. Die schwäbische Gemeinde Wildpoldsried, bereits als Energiedorf bekannt, stellt sich dem Thema verdichtetes Wohnen in der nutzungsgemischten Ortsmitte und entwickelt Konzepte für vier kleinere Grundstücke. Im oberfränkischen Markt Mainleus bildet die Alte Spinnerei den Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung des Ortes. Hier sollen die historischen Shedhallen zukünftig Wohnnutzung, Kinderbetreuung und zeitgemäße Mobilitätsangebote beherbergen. In der Stadt Dorfen in Oberbayern steht das Gelände einer ehemaligen Ziegelei, unmittelbar am Bahnhof gelegen, im Fokus der Planungen.

Die zehn bayerischen Modellkommunen im Überblick anhand einer blauen grafischen Karte

Die zehn bayerischen Modellkommunen im Überblick.
Grafik: © Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

Die Alte Spinnerei im oberfränkischen Mainleus aus der Vogelperspektive

Historisches Erbe – Herausforderung und Chance zugleich. Die Alte Spinnerei im oberfränkischen Mainleus bildet den Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung des Ortes.
Foto: © Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

Eine denkmalgeschützte Mälzerei gilt es im niederbayerischen Geiselhöring in die konzeptionellen Überlegungen zur Umgestaltung des Bahnhofsumfelds zu integrieren. Im Bayerischen Wald will die Gemeinde Spiegelau die Zukunft des Geländes eines ehemaligen staatlichen Sägewerks durch neue Nutzungen sichern.

Bei der Bewältigung der unterschiedlichen Planungsaufgaben setzt LANDSTADT BAYERN auf mehrere Innovations- und Themenfelder: Städtebau und Ortsentwicklung, Digitalisierung und Smart City, Mobilität und Verkehr, Wohnen, Arbeiten und Daseinsvorsorge sowie Nachhaltigkeit, Klimaanpassung und Ökologie. Im Modellprojekt wird die Stadt bzw. Gemeinde als Ganzes betrachtet und geprüft, ob Veränderungen zum Beispiel in Bezug auf die Wirtschaft, Kultur oder Umwelt vor Ort zukunftsfähig und nachhaltig sind. Es geht darum, lebendige Quartiere zu entwickeln und ein multifunktionales, generationenübergreifendes, ausgewogenes Zusammenleben zu ermöglichen. Die Modellkommunen sollen dabei Vorbildcharakter für die Entwicklung anderer Städte und Gemeinden im ländlichen Raum entfalten.

 

INTERDISZIPLINARITÄT,
FACHEXPERTISE UND NETZWERK

LANDSTADT BAYERN wurde als interdisziplinäres Projekt ins Leben gerufen, da der fachübergreifende Planungsansatz ein etablierter Qualitätsstandard für erfolgreiche städtebauliche Projekte ist. So wird das Modellvorhaben von einer fachübergreifenden Projektgruppe des bayerischen Bauministeriums betreut. Zudem steht den Modellkommunen ein Expertengremium mit wissenschaftlicher Expertise zur Seite, das zu den Innovationsfeldern Input gibt und bei Fragen neutral und fachlich berät. Der Prozess wird organisatorisch durch eine Projekt- und Kommunikationsbetreuung begleitet. Den staatlichen Institutionen, dem Bauministerium und den sieben bayerischen Bezirksregierungen, kommt die Aufgabe im Sinne einer Bündelungsfunktion zu. Sie unterstützen zielgerichtet mit Förderungen und fachlicher Beratung und stellen bei Bedarf den Kontakt zu Fachstellen und Referenzprojekten her.

Neben der Projektstruktur zeichnet sich LANDSTADT BAYERN durch eine offensive und vielfältige Informations- und Beteiligungskultur aus. Dadurch konnte im Projektverlauf ein großes Netzwerk mit unterschiedlichen Akteuren aufgebaut werden, das auch zukünftig noch wachsen kann. Seit dem Projektstart kommen die Vertreterinnen und Vertreter der Modellkommunen regelmäßig zu Austauschformaten, Impulsvorträgen und Workshops zusammen. Hier werden Best Practices mit neuen Perspektiven und Herangehensweisen sowie Erfahrungen zu Formaten der Bürgerbeteiligung besprochen. Regelmäßige Projektbriefe informieren über die aktuellen Entwicklungen in den Modellkommunen und geben Hinweise auf hilfreiche Publikationen, Ausschreibungen und Veranstaltungen. Sämtliche Informationen zum Modellprojekt werden darüber hinaus auf der Projekthomepage www.landstadt.bayern.de gebündelt.

Das Voneinander-Lernen und die gegen- seitige Inspiration sind zentrale Bestandteile von Modellprojekten wie LANDSTADT BAYERN. Das so gebildete Netzwerk schafft ein vertrauensvolles Miteinander, das über das Modellprojekt hinaus wirkt und an die langjährige Zusammenarbeit von Gemeinden und staatlichen Stellen, beispielsweise in der Städtebau- und der Wohnraumförderung, anknüpft. Städte- bauliche Fragestellungen können so offen verhandelt, Bedenken und Chancen diskutiert und zielorientiert eingebracht und geklärt werden.

Die Innovationsfelder und Schwerpunktthemen von LANDSTADT BAYERN

Die Innovationsfelder und Schwerpunktthemen von LANDSTADT BAYERN.
Grafik: © Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, Lots* Gesellschaft für verändernde Kommunikation mbH

INDIVIDUELL UND PARTIZIPATIV

Die LANDSTADT-Modellkommunen setzen bei der Erarbeitung der Konzepte für ihre Entwicklungsflächen auf unterschiedliche, informelle Planungsverfahren und -instrumente. Sie arbeiten mit interdisziplinären Projektteams aus den Bereichen Stadtplanung, Architektur, Landschaftsplanung, Klima, Mobilität und Kommunikation zusammen. Mit passgenauen Lösungen werden sie der Aufgabe und der individuellen Situation vor Ort gerecht.

So widmet sich die kleine Gemeinde Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg einem Konzept zur Nachnutzung des Baubestands auf dem Schulareal und setzt dabei auf Planungswerkstätten und Öffentlichkeitsarbeit. In der mittelfränkischen Stadt Roth, die eine klar umrissene Konversionsfläche weiterentwickelt, kommt ein städtebaulicher Realisierungswettbewerb zum Einsatz. Die Stadt Weiden in der Oberpfalz bearbeitet ein sehr großes und heterogenes Areal und klärt mit einer Rahmenplanung die Zielvorstellungen für die zukünftige Entwicklung. Kooperative Verfahren für eine breite Diskussion mit der Öffentlichkeit, wie beispielsweise in der oberbayerischen Stadt Landsberg am Lech, schließen an ein offenes Wettbewerbsverfahren an.

Bei allen zehn Projekten werden die Bürgerinnen und Bürger vor Ort und lokale Akteure intensiv und auf unterschiedliche Weise eingebunden. Dies wird auf zwei Arten unterstützt. Zum einen durch eine vom bayerischen Bauministerium ausgehende zentrale Öffentlichkeitsarbeit, die dazu dient, für die Projekte lokal und überregional mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen. Zum anderen sorgen Aktionen der Kommunen vor Ort, Berichterstattung in der Lokalpresse, Informations- und Beteiligungsangebote im Internet und in den sozialen Medien dafür, dass Transparenz für die Prozesse hergestellt, das Interesse von Multiplikatoren und Investoren geweckt und Akzeptanz für die Planungen gefördert wird.

Für städtebauliche Prozesse sind zudem Planungsgrundlagen und belastbare Daten essenziell. Daher hat das bayerische Bauministerium zusammen mit den Gemeinden eine Umfrage mit dem Motto „Was wünschen sich zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner für das neue Wohnquartier?“ durchgeführt und die Ergebnisse für den weiteren Planungsprozess zur Verfügung gestellt. Die positive Resonanz und zahlreiche rückgemeldete Ideen und Wünsche zeigen, dass vor allem das Interesse an gemeinschaftlich getragenen Planungen groß ist, denn insgesamt möchten 57 Prozent der Befragten an der Mitgestaltung und Planung teilhaben. Über die Hälfte der befragten Menschen kann sich vorstellen, in den geplanten Wohnquartieren zu leben. Als Umzugswunsch wurden insbesondere zwei Gründe genannt: Der jetzige Wohnraum ist zu groß und soll verkleinert werden oder er ist nicht altersgerecht. Dabei sind vor allem eigenständige Wohnungen gefragt, aber auch gemeinschaftliche Wohnformen sind von Interesse. Die Befragten legen großen Wert auf gut gestaltete und nutzbare Freiflächen im Quartier und gaben an, wichtige Ziele zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen zu wollen.

Grafik von 2 der 9 Quartieren der innerörtlichen Entwicklungsflächen
Grafik von 2 der 9 Quartieren der innerörtlichen Entwicklungsflächen
Grafik von 2 der 9 Quartieren der innerörtlichen Entwicklungsflächen
Grafik von 2 der 9 Quartieren der innerörtlichen Entwicklungsflächen
Grafik von 2 der 9 Quartieren der innerörtlichen Entwicklungsflächen

Die neuen Quartiere entstehen auf innerörtlichen Entwicklungsflächen.
Grafik: © Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

LSB 2023 Umfrage Postkarte
LSB Umfrage Ergebnisse
LSB Umfrage Ergebnisse
LSB Umfrage Ergebnisse
LSB Umfrage Ergebnisse
LSB Umfrage Ergebnisse
LSB Umfrage Ergebnisse
LSB Umfrage Ergebnisse
LSB Umfrage Ergebnisse

Ausgewählte Ergebnisse der Umfrage „Was wünschen sich zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner für das neue Wohnquartier?“.
Grafik: © Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, Lots* Gesellschaft für verändernde Kommunikation mbH

 

Staat als Partner

Dank engagierter, leistungsfähiger Kommunen wurde im Rahmen von LANDSTADT BAYERN in nur einem Jahr eine bemerkenswerte Bandbreite an Ergebnissen erarbeitet, die passgenau und so unterschiedlich wie die Kommunen selbst sind.

Bei aktuellen Themen, wie der Schaffung von Wohnraum, der Stärkung des ländlichen Raums und beim Bauen im Bestand, können Modellprojekte wichtige Impulse liefern und eine Signalwirkung mit Vorbildcharakter auf andere Kommunen haben. Dabei ist der Staat Partner und Unterstützer. Bei Modellvorhaben werden die Kommunen durch konkrete Rahmenbedingungen und Themensetzung von staatlicher Seite sensibilisiert. Die Entscheidung für die Teilnahme an diesen Projekten treffen die Kommunen freiwillig im Zuge eines Bewerbungsverfahrens und sichern sich dadurch frühzeitig den Rückhalt der eigenen Kommunalpolitik. Diese Mischung aus Freiwilligkeit und gewissen Vorgaben schafft eine produktive Basis, bei der alle Beteiligten Interesse an einem innovativen Ergebnis haben. Förderung ist dabei natürlich ein nicht zu vernachlässigender Anreiz. Dies gilt nicht nur für die monetäre Ausstattung – besondere Förderprojekte mit erhöhtem Aufwand verlangen auch nach höheren Fördersätzen –, sondern auch für die Vernetzung, für den Dialog auf Augenhöhe und die Möglichkeit, von bereitgestellter Expertise Gebrauch zu machen. Modellvorhaben sind daher bestens als Praxistest geeignet, weil nicht die Bedenken, sondern das gemeinsame Vorankommen im Vordergrund steht.

Staatsminister Christian Bernreiter und Vertreter:innen der zehn LANDSTADT-Modellkommunen

Kooperation von Staat und Kommunen. Staatsminister Christian Bernreiter und Vertreter:innen der zehn LANDSTADT-Modellkommunen.
Foto: © Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

 

EXPERIMENTIEREN BITTE!

Mut zum Experimentieren ist daher auch der Appell für die Zukunft. Der durch Modellprojekte gewonnene Praxisbezug hilft letztlich dabei, aktuelle rechtliche und technische Rahmenbedingungen, beispielsweise für die Verträglichkeit von Mischnutzungen, für neue Mobilitätskonzepte oder Baustandards, zu überprüfen und zu hinterfragen. Dadurch werden wertvolle Erkenntnisse und profunde Argumentationen für die Anpassungen von Gesetzen und Regelungen gewonnen.

Experimentierklauseln, Planspiele und Modellprojekte werden sich auch in der Zukunft bewähren. Durch die Förderung und Zusammenarbeit mit den Kommunen lernen alle Beteiligten immer wieder dazu. Das ist ein entscheidendes Prinzip für ein kooperatives Miteinander.

1 Bayerisches Landesamt für Statistik.

2 Landeshauptstadt München: Demografiebericht München – Teil 1. München. 2023.